not speak german? try quick english version (google)

---

RIDDIM 04/10 (Text: Olaf Karnik)

HEY-Ø-HANSEN - FILE UNDER: AUSTRODUB.

Es gibt nicht wenige Dubheads, die an Dubstep bemängeln, dass der Sound zwar auf viel ''Step'', aber einer allzu geringen Dosis ''Dub'' basiere. Nach dieser Logik bestünde Dub vor allem aus einem dramaturgisch akzentuierten Einsatz von ''Klangwerkzeugen'' (King Tubby's) wie Hall, Filter, Echo oder Delay sowie einem raffinierten Wechselspiel von additiven und subtraktiven Methoden im Mix. Alles gut und schön, vergessen wird dabei aber, dass mit Dub im ursprünglichen Sinne immer ein wie auch immer gearteter Remix eines bereits fertig produzierten Originals gemeint war - die Dub Version eben. Spätestens der britische Digi-Dub der 80er und 90er Jahre hat jedoch traditionelle jamaikanische Dub-Definitionen ad acta gelegt: Dub wurde zur Produktionsmethode, die sich vom Aufbau eines Techno-, House- oder Drum & Bass-Tracks nur darin unterscheidet, dass neben deepen Bass-Frequenzen vor allem den signifikanten Sound-Effekten gefrönt wurde. Zahlreiche weisse europäische Dub-Artists operieren heute auf dieser Basis - mit dem Effekt, dass sich auf Grund des nicht mehr vorhandenen Bezugs zu einem Original schnell Beliebigkeit einstellt. Echte Dub-Innovatoren der letzten fünf bis zehn Jahre haben sich hingegen immer das Version-Prinzip zu eigen gemacht - das gilt für Rhythm & Sound aus Berlin ebenso wie für die Jahtari-Produktionen aus Leipzig.

Auch der ''Austrodub'' von Hey-O-Hansen orientiert sich an bestehenden Vorlagen. Für ihr neues Album ''We So Horny - Serious Pleasure Riddims'' haben Michael Wolf und Helmut Erler - zwei vor einiger Zeit nach Berlin übergesiedelte Tiroler - Samples von Riddims der 50er Jahre bis zum elektronischen Dancehall der Neuzeit am Computer auseinander genommen und nach Massgabe Dubstep-typischer Groove-Architekturen neu zusammengesetzt. Beim Opener ''Zulu'' ist es ein alter Barrington Levy-Tune aus den 80ern, dessen Riddim digital minimalisiert wird; ''Firespirit'' kann als bläsertechnisch aufgepeppter Re-Lick von King Tubby's legendärem ''Tempo''-Riddim durchgehen.

Hey-O-Hansen geht es dabei um ''Dub an der Schnittstelle zwischen digital und analog'', sie verstehen ihr Album als eines, ''das in seiner monolithischen Geschlossenheit aus Drums, Bass, knarzigen 8Oer-Jahre-Synthies, Bläsern und Echos wie eine alpine Felswand aus der Berliner Ebene ragt ''. Das ist schön gesagt und beschreibt den Höreindruck präzise. Hey-O-Hansens Sound ist tatsächlich ''heavy'' - was nicht nur am langsamen Tempo, den bleischweren Beats und wobblenden Basslinien liegt, sondern auch an den majestätischen Bläsersätzen, die hier die Tracks markieren. Umso feiner akzentuiert klingt das Mixing. Digitale (Jammy's!) und analoge (Roots!) Klangästhetiken wechseln sich immer wieder ab, oft sogar innerhalb eines einzelnen Tracks. Dass die Wurzeln von Hey-O-Hansens Musik tief in der Tiroler Volksmusik (sic!) mit ihrem eigenwilligen Offbeat liegen, erschliesst sich allerdings nur bei ganz genauem Hinhören.

Bereits seit 15 Jahren sind Erler und Wolf auf karibische Rhythmen fixiert, wovon die Ende 2OO9 veröffentlichte Compilation ''Sonn und Mond - Rare & Unreleased Austrodub Tracks 1995-2009'' Zeugnis ablegt. Auf die hier versammelten Stücke passt der Begriff ''Austrodub'' sogar noch besser - tritt doch der (um mal richtig tief in die Klischeekiste zu greifen!) Melange-Charakter der Musik viel deutlicher hervor: Black Ark- und Studio One-Riddims, die mit Harfen verziert zu lasziven Chansons mutieren, ein im Offbeat getaktetes Volksmusik-lnstrumentarium im Basic Channel-Sound, Surfgitarren und Vintage Electronics, Pop-Reggae mit Indie-Ästhetik. Sogar Dirk von Lotzow (Tocotronic) ist als Gastvokalist dabei - mit einer eher prätentiösen Rezitation eines Textes von C G Jung (sic!) Als ''Electro Reggae Chansons'' wurde dieser charmante, feuilletontaugliche Sound bezeichnet, von dem sich Hey-O-Hansen heute allerdings verabschiedet haben: ''Bei den stilistischen Merkmalen schleichen sich im Lauf der Jahre halt doch einige Änderungen ein, sorry.''

---

DE:BUG MÄrz 2007 (Text: RENÉ MARGRAFF.)

Hey-O-Hansen ... das war früher eine Mixtur aus französischem Chanson, österreichischem Folk und sachter Elektronik. Mittlerweile haben die Wahlberliner Dubstep gekapert, afrikanische Percussion für ihren Sound adaptiert und sind komplett Dancefloorkompatibel. Nächster Halt: Afrika.

hey-o-hansen sind schon lange ein fester Bestandteil des Debug- Kosmos, vor sechs Jahren erschien eine Zusammenfassung verschiedener Hey-7''-Platten auf unserem hauseigenen Hartwaren-Label. Sechs Jahre sind eine lange Zeit und natürlich hat sich in den letzten Jahren bei den Innsbrucker Wahlberlinern einiges getan. Neben personellen Veränderungen im Hause hey-o-hansen sind 2006 auch format- und soundmäßig alle Dinge etwas größer geraten.

Ja, es geht eigentlich um 2006, denn es ist mal wieder Zeit, Dinge zusammenzufassen und gebündelt noch mal auf einem Tonträger zu präsentieren. Statt vier kleiner Singles, die zwischen Chanson und Indietronic-Ska pendeln, sind es bei der aktuellen Werkschau sechs massive Split- 12''-Scheiben. Der Sound von hey-o-hansen hat nun noch mehr Subbass und manche Rhythmen klingen tatsächlich ein wenig nach Dubstep. Konzepte werden hier aber nicht blind übernommen ... die machen hey-o-hansen lieber selbst, so auch bei den letzten sechs 12''-Veröffentlichungen: die Verschmelzung traditioneller österreichischer Volksmusik mit moderner Klubmusik. Mir persönlich trieb diese Beschreibung zunächst einmal den Angstschweiß auf die Stirn, Elektronik mit Akkordeon? Huch! Helmut Erler hat dafür Verständnis, scheint es doch vor allem in Deutschland als unhip, Folklore in irgendeiner Weise in die Musik zu bringen: ''Deutlich ist schon eine pauschale stirnrunzelnde Abneigung gegen 'Ethno', 'Afro' oder 'Folklore' zu spüren im deutschen Elektronika-Universum. Das mag ein Grund dafür sein, weshalb sich Veranstalter, Vertriebe und Labelpartner hierzulande einigermaßen schwer mit unseren Veröffentlichungen tun. In England und dem Rest der Welt ist das nämlich überhaupt kein Thema.''

Wer es noch nicht ahnt, dem sei gesagt, dass man den Stücken ihre ''Tiroler'' Elemente nicht wirklich anhört. Die Remixe auf den zweiten Seiten der Maxis tun noch ein Übriges, sie sind nämlich etwas elektronischere Remixe von DJ Maxximus, Harzkrafthof, Karl Marx Stadt sowie Thaddeus Herrmann und Multipara.

Sind hey-o-hansen jetzt bei Dubstep angekommen? Helmut: ''Von irgendwie ankommen keine Rede. Forward we go. Eines Tages sagte ich der Band, dass wir jetzt Dubstep machen. Das fanden sie gut. Die Remixer hatten natürlich einen Rieseneinfl uss auf unseren Stil. Das hat sich von Platte zu Platte weiterentwickelt und ist schön anzuhören. Ein Schlüsselerlebnis bezüglich Dubstep waren die 'FWD>> Parties' von DJ Maxximus in Berlin, da besonders der Abend mit Kode9, hauptsächlich sein Stück '9 samurai'. Dieses Stück brauchte eine Antwort und deshalb ist es auch am Ende unserer Serie auf der letzten 12'' zitiert. Wie Dubstep funktioniert, muss man selbst 'rausfi nden, das hat gar keinen Sinn, da drüber zu schreiben oder sich das daheim auf Omas Plattenteller vorzuspielen. Und: Auch wenn's jetzt alle sagen, aber ein Grund, sich im Dubstep zu Hause zu fühlen, war Burial, auch wenn der schon lange viel weiter ist als der ganze Rest. Grenzmusik, das ist interessante Musik.''

Helmut Erler und Michael Wolf machten hey-o-hansen einige Zeit alleine, im letzen Jahr wuchsen sie durch den Einstieg von Gordon Odametey aus Ghana zu einem internationalen Trio, das gerne nach vorne denkt. Ihre gemeinsame Herzensangelegenheit nennt sich Berlin-Accra, ein Studio und ein Club für Livemusik sollen in Afrika entstehen.

Woher kommt die Idee und woher nehmt ihr so viel Elan? Helmut: ''Berlin-Accra begeistert viele Menschen hier und in Afrika. Das ist keine Frage von: 'Wer hat die Idee gehabt?'' Das ist eine Frage von Dynamik und wie wir sie erhalten und weitertragen können, für uns alle. Viele Leute in Accra arbeiten jeden Tag für das Projekt. Jetzt geht es darum, dass auch hier bei uns Menschen anfangen, aufzuwachen und mitzuarbeiten. Wir sind alle da, wo wir sind, und tun das, was zu tun ist, so gut es geht. Es ist keine Frage von überschüssigem Elan, sondern von Notwendigkeit. Begeistert sind wir natürlich, keine Frage. Ohne Begeisterung kann man sich gleich eingraben. Erstaunlich ist das aber nicht, eher logisch - faszinierend ... Im Moment sind wir dabei, die Probleme zu lösen, die wir lösen können, und die Suche nach allem zu starten, was uns noch fehlt, und das zu tun, was wir können, damit es weitergeht.''

---

SKUG - MÄRZ 2006 (Alfred Pranzl) http://www.skug.at/

Auf nach Afrika.

Einblick in einen Entstehungsprozess: Ein Musikstudio und ein Live Club mit europäischem Know How für Accra/Ghana! hey-o-hansen bewegen sich damit im Spannungsfeld zwischen Norden und Süden. Auch ihr neues Album ''The 06 Singles'' hat mit Migration zu tun.

Darauf bereichern die beiden Wahlberliner aus Tirol ihre Melange aus Ösi-Folk, Chansons, Electronica und Dub(Step) mit afrikanischer Perkussion (Gordon Odametey), und lassen Remixer wie Maxximus die B-Seiten noch mehr gen Dancefloor trimmen. Die Single ''Fly Home'' (Review siehe skug #69) thematisierte die Immigration aus Afrika, was skug veranlasst, bei h-O-H-Mastermind Helmut Erler genauer nachzufragen: Wollt ihr mit dem Aufbau einer Musikproduktion in Accra dem Ansturm der armen Afrikaner (die in afrikanischen TV-Sendungen nur den Reichtum sehen, nicht was sie erwartet) etwas entgegensetzen?

''So weit würd ich mich nicht hinauslehnen wollen. Migration von Süd nach Nord: Das ist schon eine größere Sache als dass wir da mehr als ein Zeichen setzen könnten. Aber, dass es in Deutschland schneit, das könnte der Text eines der ersten Songs aus dem neuen Studio sein ... Natürlich wissen die Leute in Afrika, die jetzt schon damit zu tun haben, dass man hier auch hart fürs Geld arbeiten muss und deshalb geht alles auch langsam weiter. Wir wissen, was man für ein Studio und einen Club braucht und wie man die Mittel einsetzen kann. Wir können vor Ort erklären, wie die Musiker ihre CDs machen können, selber und billig, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Eine Zentrale Figur ist Gordon, er ist in beiden Welten daheim. Seine Familie hier und seine Familie in Ghana, das kommt langsam zusammen. Das private Projekt hat schon 1986 begonnen. Jetzt stehen wir an dem Punkt, an dem ohne fremde Hilfe die anfallenden Kosten nicht mehr in den Griff zu kriegen sind. Bisher wurde ja alles nebenbei und ohne Unterstützung mit dem finanziert, was die Musik abgeworfen hat. Mit dem Ansturm der Armen (''Spiegel''-Titelstory im Sommer 2006) ist uns klar geworden, dass es um etwas Größeres geht und es auch eine größere Öffentlichkeit verdient und braucht, um weiter zu kommen. Wir nutzen unsere Musikveröffentlichungen nicht nur für uns, sondern auch für die Promotion des Projektes. Gleichzeitig entwerfen wir einen Zukunftsplan und sammeln Material. Hierzu entwickeln wir mit einer Filmemacherin aus Berlin gerade ein Konzept für einen Dokumentarstreifen.''

---

GONZO CIRCUS, BELGIUM, THE NETHERLANDS. MARCH 2007 http://www.gonzocircus.com
AUTEUR: MARCELLE VAN HOOF. http://www.anothernicemess.com/

HEY-O-HANSEN - ALLE MUZIEK IS VOLKSMUZIEK

Op de cd

'The 06 Singles' van het in Berlijn woonachtige trio Hey-O-Hansen gaat volksmuziek uit Oostenrijk een spontane liaison aan met dubstep, elektronica, Afrikaans, ragga en dub. Noem het een modern conceptalbum'. Het album geeft een overzicht van de serie van zes 12-inches die het afgelopen anderhalf jaar verschenen op het (eigen) Hey Rec-label. Op de b-kant kregen Thaddeus Herrmann, Harzkrafthof, Karl Marx Stadt, DJ Maxximus en Multipara, allen bevriende producers en muzikanten, de vrije hand bij het remixen van de nummers. Helmut Erler: 'de cd is een document van ons muzikale leven, ze geeft onze ontwikkeling weer. Elke paar maanden brachten we een 12-inch uit. Ieder lied was nieuw en speciaal voor de betreffende uitgave gemaakt. We werden sterk beïnvloed door de remix van de plaat ervoor. Het nieuwe nummer dat we dan maakten, borduurde voort op de vorige remix. Ik vond de remix vaak beter dan onze eigen versie. Dan dacht ik ‘dat is goed, dat wil ik ook!'. Zo zijn we steeds verder richting dubstep geëvolueerd. De remixers hebben ons zeer geholpen.''

Op reis

Erler vervolgt: ‘‘Het oorspronkelijke idee van de serie was een versmelting van traditionele Oostenrijkse volksmuziek met moderne clubmuziek. Door de toetreding van de Ghanees Gordon Odametey in de band, zijn er echter meer en meer Afrikaanse invloeden in onze muziek geslopen. In zijn teksten zingt hij over de verhouding tussen Afrika en Europa, zoals in ‘Europe Is No Fortess, Europe Is An Island', een gezongen versie van ‘Moon'. We noemen onze muziek dan ook de ‘Afro-Alpin-Killersound'. We zijn muzikaal voortdurend op reis en weten niet waar we terecht komen. Het is nog nooit gebeurd dat we twee keer dezelfde set hebben gespeeld. Het publiek heeft ook invloed op wat we tijdens een concert spelen. Als ze dansen, gaat het een andere kant op dan wanneer ze blijven zitten of staan. Het publiek kan het concert dus gedeeltelijk zelf invullen (lacht).''

Hey-O-Hansen promoot met deze cd ook de bouw van een live-muziekclub en studio in Kokrobitte, twintig kilometer van Accra, de hoofdstad van Ghana. Gordon Odametey: 'Ik heb de afgelopen tweeëntwintig jaar als muzikant en muziekleraar in Europa traditionele Afrikaanse muziek naar Europa gebracht. Door met Europese muzikanten te werken, is er een versmelting ontstaan van traditionele percussie met moderne elektronica. Het is nu tijd om mijn ervaringen in Europa terug naar Afrika te brengen om daar iets nieuws op te bouwen.'' Erler valt hem bij: 'Vrijwel dagelijks zijn er berichten over de vluchtelingstromen van Afrika naar Europa. Wij zijn daar mee bezig in onze muziek, denken na over de verhouding tussen Afrika en Europa. In welke wereld leven we, wat wil en kun je zelf doen om die beter te maken? Het lijkt ons mooi om iets van onszelf, van Hey-O-Hansen, op te bouwen in Afrika. ''

Volksmuziek

De roots van Hey-O-Hansen liggen in Oostenrijk. De eerste muzikale ervaring van Helmut Erler en Michael Wolf was de volksmuziek van Tirol. Erler: ‘‘Die muziek vind ik niet echt mooi, maar ik ben er mee opgegroeid. Dan kan het niet anders dan een grote invloed zijn. Het lijkt mij als geluidstechnicus mooi om daar iets mee te doen – er bestaan namelijk geen goede opnamen van deze zo levendige traditie. Het muzikaal-technische kunnen van veel Tiroler muzikanten is zeer hoog; velen beginnen op hun vierde of vijfde muziek te maken. Wolfgang Amadé Kappellari, die accordeon speelt in ons nummer ‘Moon', is zo'n muzikant. Voor ondergetekende, die met elektronische muziek bezig is, is het fascinerend om te zien dat die muziek zonder versterkers tot stand komt. Maar muzikaal-inhoudelijk zijn er nauwelijks nieuwe ontwikkelingen. De kloof blijft groot. Toch noem ik wat wij doen ook volksmuziek. Techno is volksmuziek. Misschien is alle muziek wel volksmuziek.'' Michael en ik hebben elkaar ontmoet in een sixties rocksteady/ska band. Ik was de drummer en Michael gitarist. Skamuziek is erg verwant met Oostenrijkse volksmuziek; ze heeft dezelfde soort ritmes. Wij maken Oostenrijkse volksmuziek met Afrikaanse ritmes: het principe is namelijk hetzelfde, we doen het alleen met andere middelen. Uitgangspunt zijn elektronisch bewerkte opnamen van instrumenten waar we nog wat klanken bij programmeren. Het thema van de accordeon in ‘Moon' is volksmuziek, maar wat er uiteindelijk uitkomt is iets anders.''

Berlijn

Jaren geleden verlieten Erler en Wolf hun geboortestreek om in Berlijn te gaan wonen. De op undergroundgebied zo creatieve en bruisende Duitse hoofdstad is geen gemakkelijke stad voor ambitieuze muzikanten als Hey-O-Hansen. Erler: 'Het is moeilijk voor ons in Berlijn. Vrijwel iedere club verwacht dat je voor weinig geld optreedt. En er zijn ook veel artiesten die niet veel vragen; zij zijn allang blij dat ze kunnen optreden. Veel muzikanten en kunstenaars hopen in Berlijn ontdekt te worden en zijn daarom bereid veel te slikken: een slechte behandeling van een club, miserabele voorwaarden, beroerde promotie, en een ongeïnteresseerd publiek. Clubs en publiek kunnen soms geen onderscheid maken tussen wat goed en slecht is. Zolang er maar iets gebeurt. Aan de andere kant zijn er sterke gemeenschappen van mensen die elkaar steunen. Dat heeft een lange geschiedenis; die mentaliteit is er óók in Berlijn, en dat zal zo blijven. Daarom voelen wij ons toch wel thuis in Berlijn. Maar we willen een groter publiek bereiken.''

Erler: 'Af en toe ben ik nog in Innsbruck. Oostenrijk kent veel goede bands. Maar doordat er maar weinig clubs zijn die avontuurlijke, niet-mainstream muziek boeken, kunnen die zelden optreden. In Wenen zijn een paar interessante platenlabels die internationale erkenning hebben gekregen. Wij zijn echter naar Berlijn gegaan voordat we die mensen hebben ontdekt (lacht). Die schade proberen we nu in te halen. De Oostenrijkse nationale radiozender FM4 is trouwens erg goed. Die zendt een gevarieerd repertoire aan interessante muziek uit, ook elektronische. Zoiets heb je hier in Duitsland niet.''

Promotie

FM4 doet zijn best om Hey-O-Hansen te promoten. De band krijgt daarnaast ook veel ondersteuning van het mailorderbedrijf Boomkat uit Manchester. Erler: 'Zij zijn een grote fan en verkopen veel van onze platen. Zonder hun steun zouden we onze platen niet eens kunnen maken. Ik weet eigenlijk niet of onze bijzondere bandnaam nog enige invloed heeft op de verkoop. Michael is Hansen en ik ben Hey. In de bands waarin Michael heeft gespeeld, heette hij bijvoorbeeld Norman Hansen of Emily Hansen. Nu is het Hey-O-Hansen. Het is een beetje een grap. We zijn er ooit mee begonnen en het zou stom zijn om de naam nu nog te veranderen. Het is een naam die je niet snel vergeet, maar eigenlijk ook niet zo snel opmerkt.''

Belangrijk voor Hey-0-Hansen is de voortdurende ontwikkeling van hun muziek. Erler: 'Ik vond Neutral Milk Hotel goed, maar daarna kwamen veel acts die erop leken. Het overkomt me vaak dat ik iets hoor waarna ik denk ‘dat is al eens gedaan, en veel beter'. Toegegeven, in onze skaband speelden we ook muziek die al eerder en beter was gedaan. Maar er is een verschil tussen zelf doen en luisteren. Ik kan zelf de meest vervelende muziek maken, en het toch fantastisch vinden. Echter, als ik dan anderen hetzelfde hoor doen, vind ik er weinig aan. Wat eigen en nieuw is, is moeilijk te vinden.'

---

DE:BUG AUGUST 2004 (MULTIPARA)

"Dreams never die", der Titel des vierten Bands der "Louis"-Serie des Comicautorenduos Metaphrog, ist eigentlich ein Song aus der Feder von Helmut Erler, alias Hey. Wie ein gutes Gulasch wird der Song bei jedem neuen Aufwärmen besser. Jetzt sitzen auch Múm mit am Tisch und crushen ihre Bits in den Teller. Louis bastelt derweil zum Nachtisch Ananas und geht dann lieber seine Tante suchen. Wir zählen der Köche Sterne.

Metaphrog trafen sich vor zehn Jahren in Glasgow. Sandra Marrs aus Frankreich hatte grade die Uni verlassen, zeichnete, malte und fotografierte, und John Chalmers aus Schottland kam grade von einem längeren Arbeitsaufenthalt in Holland zurück und wollte anfangen zu schreiben. Die beiden waren sich schnell einig, dass sie zusammen Comics machen wollten. Zunächst war das vor allem eine recht düstere Serie namens "Strange Weather Lately", dann begannen sie mit den "Louis"-Büchern, deren naive, niedliche Titelfigur sie in einer bunten, kindgerecht idyllisch wirkenden, aber durch und durch korrumpierten Umwelt durch jetzt vier in sich abgeschlossene Abenteuer schicken. Alle Bücher erscheinen im Selbstverlag, und haben ihnen mittlerweile einige Aufmerksamkeit einschließlich mehrerer Comicpreisnominierungen eingebracht. Der eben erschienene vierte Band, in Zusammenarbeit mit FatCat, stellt der 44-seitigen Geschichte nun wahlweise eine blaue 7" oder eine enhanced CD (inklusive eines Animationsfilms, eine Art Trailer zur Serie, der die Hauptfigur kurz vorstellt) an die Seite.

Das Zustandekommen dieses Multimediums ist selbst ein kleines Abenteuer. Metaphrog hörten eines Tages eine Single der 7"-Serie "4 Saisons" des Innsbrucker Wahlberliners Hey. Im Hause Debug ist Hey alles andere als unbekannt - besagte Serie charmanter Alpenmelodikadubchansonsingles gefiel uns 1999 so gut, dass wir sie vor dem kleinstauflagebedingten Vergessen einfach retten und auf unserem Hauslabel Debug-Hartwaren als LP zusammenfassen mussten. Metaphrog nahmen mit Hey Kontakt auf, sie tauschten Bücher und Platten, und träumten von einem gemeinsamen Projekt. Dann ergab sich in Berlin, dass Heys Bandprojekt Hey-o-Hansen auf einem Konzert mit Múm zusammenspielte. Das klappte gut, und man wollte mehr zusammen machen. Als sich herausstellte, dass Múm Fans von Metaphrogs Louis-Serie waren, saß der Zug im Gleis.

Den Ausgangspunkt der Geschichte bildet nun die Atmosphäre der Neuversion des Titelsongs der ersten Hey-CD, von der nurmehr der Refrain stehen bleibt - ein Mitsingwiegenlied, das im Verlauf beider Fassungen - im Original wie in Múms Remix - von lauter kleinen bunten Instrumenten ins Effektgestrüpp eines nachgerade psychedelischen Traumgartens eingesponnen wird. Genau dies greift der Anfang der Geschichte auf, und bis man dessen Struktur (klassische Traumschachtelung) verstanden hat, ist die Musik auch schon um und hallt in die beginnende Odyssee nach. Was da zunächst als sprachbegabte Variante der farbenfrohen Alptraumwelten Jim Woodrings erscheint, entwickelt sich zu einem waschechten staatskapitalistischen Dystopieentwurf - man wartet fast darauf, an irgendeiner der vielen Haustüren, an denen Louis im Lauf der Suche nach seiner Tante vorbeikommt, die 1138 zu lesen. Und als man schon befürchtet, dass Louis sich im entscheidenden Moment wie Lowry in Brazil einfach weggeträumt hat, wacht er am Ende doch wieder zu Hause auf. Ein glückliches Ende, und doch kein fröhliches. Man klappt das Buch zu, nimmt die Platte vom Teller und denkt an Louis' großes Grammophon neben dem Bett. Da schließt sich der Kreis: Louis' Welt ist unsere eigene. Wo ist bei uns wohl der Eingang zum rettenden Untergrund?

Metaphrog / Hey / Múm: "Dreams Never Die" ist am 02.8.2004 auf Fat Cat erschienen.

link: http://www.louisandfc.com/

---

FM4 ONLINE (Boris Jordan)

hey-o-hansen. So ist Homerecording, so ist lo-fi.

Menschen wie Helmut Erler, a.k.a 'Hey' sind imstande, mit zwei Herzen, zwei Hirnen und riesigen Ohren zwei konträre Dinge zu tun:

Toningenieur und Mixer mit abgeschlossenem Tontechnikerstudium und Lo-FI Artist Virtuosester Drummer und genauester Programmiervogelnerd und Komponist von laschen, lässlichen, feinen, müden, köstlichen, kleinen Ditties. [viele sagen Chansons, nicht nur weil sie meist in Französisch gesungen werden]

Cool kindisch sein, dabei beides in fast übertriebenem Maß, im Überschwang. Reduzieren und euphorisieren, weil man selbst auf eine euphorischen Art reduziert [eben 'cool'] und auf eine reduzierte [iSv 'einfache'] Art euphorisch ist.[eben 'kindlich']

Sonnen- und melancholiegetränkte Songs, die ich, an Country denkend, immer 'Ditties' nennen will und die zwischen Kevin Ayers, Lee Perry, Westcoast Kindlichem Pop, ein bisschen Michael Hurley-Country, uraltem Ska, Jacques Dutronc, John Cale, Penguin Cafe Orchestra, Pole, Curtis Mayfield, Surf und Pop hin und her pendeln.

Dann zieht der Meister nach Berlin und so bekommt Hey's Ästhetik noch zusätzlich den von Berlin beeinflussten elektronischen Dub- Flair, der mit zeitgenössischem Jamaica fast nichts, aber mit der Londoner Weird Dub Schule der Achziger noch weniger zu tun hat. 'Protestantische Musik', nennt das mein DJ- Mitbewohner Baumeister H. normalerweise.

Der Dub ist hier eine Waffe, eine Waffe des Herzens, blöd gesagt. Die verschiedenen Herzen des Herrn 'Hey' werden durch ihn sowohl nivelliert als auch unterstützt - im Pole mäßigen Frickelgewand lässt es sich zynisch und charmant, simpel und komplex, unbedarft und abgebrüht, eklektizistisch und originär zugleich sein.

Faktor zwei, der die Musik von hey-o-hansen spannend macht, ist Michael Wolf aka Hansen, ein bildender Künstler, akademischer Maler, ebenfalls aus Innsbruck, ebenfalls in Berlin lebend und arbeitend.

Herr Hansen treibt sich schon seit New Wave Zeiten als Filmer, Maler, Fotograf, Sänger [hoch] und Gitarrist herum, kann nach eigenen Angaben nicht mehr als 'Off Beat' auf der Gitarre spielen, vertonte mit seiner Band 'Norman Hansen' Gedichte von Elfriede Gerstl, spielte in einer legendären vielköpfigen Ska Band - kurz, ein Alleskönner, Allesmacher, Sich-alles-Zutrauer, der dennoch nie die Basics vergisst.

---

SKUG 44/00 (MARKUS GRIESER):

Sing-Along-Dub, Chansoneskes und LoFi-Elektropop from Outer Space:

Hey-O-Hansens musikalischer Mikrokosmos begeistert sowohl aufgrund seines weirden Stilpluralismus als auch des harmonischen Gesamteindrucks wegen - and you just have to steal some horses and ride to discover it.

Irgendwann Mitte der 90er: Ein in Österreich nicht ganz unbekannter Radiomacher (Fritz Ostermayer) spielt in seiner, gemeinsam mit Kollegen Edlinger moderierten FM4-Sonntagabendsendung "Im Sumpf" eine Nummer des Innsbrucker Homerecorders Helmut Erler. Als kurze Zeit später die auch in diesem Heft ausführlich gewürdigte Compilation zur Sendung veröffentlicht wird, ist der unter dem Synonym "Hey" operierende Musiker mit gleich vier charmanten Songminiaturen vertreten. 1998 erscheint "Dreams Never Die", der erste auch von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommene Longplayer des mittlerweile nach Berlin übersiedelten Künstlers.

Und "Dreams Never Die" hat das hymnische Pop-Appeal und die Vorliebe für verspielte LoFi-Elektronik der Anfangstage weiter vorangetrieben und neben Chansoneskem finden sich auch mehr und mehr Reminiszenzen an die Urväter des Dub-Reggae.

1999 zieht es den vier Jahre zuvor über den Ankauf eines 8-Spur-Geräts zum musikalischen Einzelgängertum konvertierten Exil-Berliner zurück ins Kollektiv, und er gründet gemeinsam mit seinem langjährigen Musikerkollegen Michael Wolf die Formation Hey-O-Hansen, welche fortan (u. a.) als bestimmendes Element beim Siegeszug der Heyschen Soundentwürfe durch die Dancehalls und Wohnzimmerbühnen Mitteleuropas zum Tragen kommt.

Noch im selben Jahr beginnt Helmut Erler mit der Veröffentlichung seiner Jahreszeiten-7"-Serie, einem Projekt, welches ihm endgültig einen Fixplatz in der deutschsprachigen Musikpresse sichert. Wie der Name bereits suggeriert, erscheinen über das Jahr verstreut vier Vinyl-Singles, mit jeweils einem verstärkt reggaefizierten Hey(-O-Hansen)-Track auf der A- und einem Dub-Mix (u.a. von den Tango Boys und der Waz Experience) auf der B-Seite, welche von De:Bug bis Groove frenetisch bejubelt werden.

"l'éléphant cruel"
Dass der Zenit einer Homerecorder-Karriere damit jedoch noch längst nicht erreicht sein muss, beweist das Duo mit "l'éléphant cruel", bereits im Februar dieses Jahres wie ihre Vorgängerinnen auf dem hauseigenen Label hey-records erschienen. Radiomacher 0stermayer kreiert das Etikett "Sing-Along-Dub" und Sing-Along-Dub ist eine treffende Bezeichnung für diese Musik, der es scheinbar mühelos gelingt, den Charme verspielter Homerecording-Songs mit avancierten Produktionstechniken - Momente ganz und gar unzeitgemäß wirkender Soundästhetik mit durchaus auch am State-Of-The-Art-Level konkurrenzfähigen Effektspielereien zu verbinden. Da wummern die tiefen Dub-Bässe, da knattern leicht verstaubt erscheinende Drumpattern und dein Herz frohlockt ob der ohrwurmkompatiblen Melodielinie.

---

GUIDE BERLIN (12/00):

Zwischen Goldenem Dachl und Nordkette, im heimeligen Innsbruck geschieht nicht mehr viel, wenn der Touristenstrom erst einmal wieder sicher in den Reisebussen oder in der Ottoburg Platz genommen hat. Für Tiroler Bergjungen, die statt mit dem Knopfakkordeon lieber mit PC und Sampler Umgang haben, ist die Aufenthaltsgenehmigung ergo nur begrenzt. So verfügte sich auch Helmut Hey schnurstracks nach Berlin, um sich vermittels einer Serie eigens mit Hilfe tschechischen Beistandes gepresster Vinylsingles eigentlich aus Versehen in die Beliebtheitsskala einschlägiger Elektronik-Freunde wie z.B. de:bug zu spielen. Schließlich liess hierfür selbst der Maler Hansen Topf und Pinsel stehen, um ans Sample-Pult zu treten.
Vom herkömmlichen Duo-Gefrickel aber unterscheiden sich Hey-o-Hansen, die ihr komplettes Equipment in zwei Reisekoffern mit sich führen, dabei durchaus. Hier wird ohne Rücksicht auf zeitgeistige Verluste Dub mit Chanson, Art-Pop mit Warteschleife und Hirn mit Hobel zu einem ungereimt gereimten Ganzen verdübelt, das seinen Platz eher zwischen den gleichmäßig rotierenden Trommeln des Waschsalons finden könnte, als in herkömmlicher Clubatmosphäre.

---

URBUZ (OLIVER olian SCHULZ):

hey-o-hansen: Die Essenz einer Geschichte, die man nicht mehr kennt .

'Das Plattenstudio' von Helmut Erler (hey) - Stützpunkt von heyrec und hey-o-hansen - liegt in einem alten Backsteingebäude beim Berliner Ostbahnhof. Wir treffen uns nebenan im Maleratelier von Michael Wolf, der Hansen-Hälfte des Duos.

Urbuz: Wie habt Ihr Euch getroffen?
Michael: Wir haben uns vor 8 Jahren getroffen. Da hat es in Innsbruck eine Ska-Band gegeben. Ein Musiker dort hatte immer diesen Traum gehabt, eine Ska-Band zu haben wie in den 60er Jahren, mit Bläsern und so. Der wollte das aber auch als soziales Projekt. All diese Künstler, die kein Geld hatten... Es waren vielleicht 2 oder 3 Musiker, die richtig spielen konnten, der Rest waren Maler oder weiß der Teufel. Die Band hatte nie einen richtigen Schlagzeuger. Irgendwann sagte aber der in Innsbruck, der den Plattenladen hat, wo alle die Platten kaufen: "Es gibt so einen Jungen, der Schlagzeug spielen kann, gut!" Der hat uns dann den Helmut geschickt. Ich habe eigentlich auch nicht spielen können. Ich habe an der Gitarre Off-Beats gespielt, das war so mein Maximum. Helmut kam und dachte: "Die Pfeifen!"
Helmut: Michael hat oft keine Off-Beats gespielt, sondern halt auf dem Beat. Ich habe aber auch kein Ska-Schlagzeug gespielt, sondern ... Hardrock. Es hat eben nicht funktioniert. Ich habe dann immer zu denen gesagt: "Der Maler soll halt malen und der Musiker Musik machen!"
Michael: Aber irgendwie hat es Dir gut gefallen. Hast ziemlich gschafteln (=wichtig rumwirbeln) können, hast genau sagen können, wie alles gehört... Seitdem haben wir immer zusammen was gemacht.

Urbuz: Wie hat es Euch nach Berlin verschlagen?
hey-o-hansen: Mit'm Zug!
Helmut: Das war unsere erste Reise in einem ICE-Nightliner, danach waren wir so fertig, dass wir echt den Schaffner herschlagen (verprügeln) wollten!
Michael: Ich hatte einen Cluster-Kopfschmerz (gelegentliche Kopfwehattacken, schlimmer als Migräne, siehe auch Text auf dem Plattencover von L'éléphant cruel; olian) und dachte ich sterbe... Eigentlich wollte ich nach Berlin gehen und er Helmut ist nur mitgefahren, schauen. Er ist gleich dageblieben und ich bin erst ein halbes Jahr später nachgekommen.
Helmut: Innsbruck ist irgendwann Auswanderungsgebiet. Beim Musikmachen hat man irgendwann mit allen gespielt. Die meisten gehen dann zum Studium nach Wien, da trifft man wieder die gleichen Leute. Das wollte ich nicht. Berlin war attraktiv, jetzt ziehen halt alle da hin. Mir hat das eigentlich gut getaugt. Das war vor 5 Jahren.

Urbuz: Wie seid Ihr zu dem Stil gekommen, den Ihr jetzt spielt? Woher kommt zum Beispiel dieser Spleen mit dem Französischen?
Michael: Was wir jetzt machen, ist einfach eine Lösung, dass wir zwei zusammen Musik machen können. Helmut kann ja recht viel, aber ich kann ja nur Off-Beat, und das auch nur theoretisch.
Helmut: Französisch ist irgendwie ganz fein zu singen. Ich war in meinem Leben nur eine Woche in Frankreich. Ich mochte aber meinen Französisch-Lehrer in der Schule und habe da so ein positives Gefühl. Eigentlich ist das ja falsches Französisch, eins zu eins übersetzt. Ich mag das gern, wenn sich dadurch die Bedeutung verschiebt. Man hat einen ziemlich langen Text, und er wird immer reduzierter und reduzierter, bis zum Schluss ein oder zwei Sätze übrig bleiben: Das ist die Essenz einer Geschichte, die man aber nicht mehr kennt. Und dann gibt es noch das Buch von Elfriede Gerstl, wo wir viele Texte herausgenommen haben. Sie ist eine Schriftstellerin der Wiener Aktionisten. Sie hat auf Deutsch geschrieben, die dann auf Italienisch, Englisch und Französisch übersetzt wurden. Die sind beinhart, Wort für Wort übersetzt. Manche Texte sind einfach nur lautmalerisch.

Urbuz: Live sind nur Schlüsselelemente aus den Songs von Euren Platten zu erkennen, der Rest wirkt sehr spontan. Wie viel ist live geplant, wie viel improvisiert?
Michael: Der Song ist schon da!
Helmut: Wir spielen live vieles um die Hälfte langsamer als auf Platte. Damit wir auch gut Bässe kriegen, dann Echos drüber, das ist ja eigentlich schon Dub. Wir haben nicht -wie viele das machen- alles programmiert und lassen das laufen. Prinzipiell sind wir live ein bisschen beschränkt und das ist gut so. Wir arbeiten mit drei oder vier Spuren, Loops und vielleicht noch ein Schlagzeug drüber. Das kann man dann eben auch noch handeln. Was dann passiert, kann man wirklich vorher nicht sagen. Für jedes Konzert lassen wir jemanden vom Klub oder wer halt gerade Zeit hat, die Karten ziehen, in welcher Reihenfolge wir die Songs spielen. Während des Konzerts schauen wir dann auf die Karten, und überlegen, wie kommen wir rüber in den nächsten Song. Oft sind wir sehr gespannt, wie es diesmal klappt. Live ist schon alles improvisiert. Wir zählen nicht sehr oft mit, wo wir gerade sind.

Urbuz: L'éléphant cruel: Wie habt Ihr Euch den Namen für die Platte ausgedacht?
Michael: Die Aufnahmen waren alle fertig und Helmut hat mir gesagt, ich müsste mir jetzt überlegen wie das heißt. Ich bin also dagesessen und habe mir Bücher und Bilder angeschaut. Von Hockney gibt es ein ganz schönes Bild, The cruel elephant. Ein Elefant geht durch eine Wiese und ist ganz freundlich, aber trotzdem tritt er die ganzen Käfer zusammen.

---

note: Alle Texte sind leicht gekuerzt und hier und da auch mal gerafft oder ergaenzt. Vielen Dank den Autoren fuer ihre Muehe und Verstaendnis.

---

back to previous page top of the page close window